PR rund um den Globus: “Für erfolgreiche PR in Frankreich muss man französisch denken” (Teil 1)

Willkommen zum ersten Teil unserer internationalen PR-Serie über PR-Trends, lokale Unterschiede und kommunikative Fettnäpfchen rund um den Globus. Zu diesem Thema haben wir 20 unserer 45 GlobalCom PR-Network Partner weltweit befragt. Im ersten Teil jeden Interviews geht es um aktuelle Trends, in Teil zwei jeweils um die lokalen Unterschiede in PR und Kommunikation.

Erfahren Sie heute, warum man französisch denken muss, um in Frankreich erfolgreich PR machen zu können, wie man viel beschäftigte Journalisten dazu bekommt, sich Zeit für einen Product Launch Event zu nehmen und welche Unterschiede es zwischen nord- und südeuropäischer Pünktlichkeit gibt.

1. Welche aktuellen Trends oder Veränderungen in der PR, sehen Sie in Ihrer Region?

Sandra Labérenne: Frankreich ist eines der führenden europäischen Länder im Bereich Blogging. Daher ist es keine Überraschung, dass sowohl Kontakte zu Bloggern, als auch Online PR und Social Media Marketing sehr wichtig für den französischen Markt sind und heutzutage fast alle Kunden nach Unterstützung im Social Media Bereich fragen. Im B2C Markt sind die Programme dabei meist ausgereifter, größer angelegt und pro-aktiv, im B2B-Markt eher etwas reaktiver.

Wir sind überzeugt, dass sich die Art und Weise, wie PR gemacht wird, durch das Web 2.0 verändert. Die Bereiche Blogger Relations und  Media Relations unterscheiden sich bereits deutlich.

2. Wie geht Ihre Agentur damit um?

Sandra Labérenne: In Frankreich arbeiten wir verstärkt mit den Bloggern. Wir suchen aktiv den Kontakt zu Bloggern mit vielen „Followern“ sowie zu Trendsettern. Wir finden es außerdem sehr wichtig, eine gute Beziehung zu den Bloggern in unseren Bloggerprogrammen aufzubauen. Das bedeutet, wir treffen uns mit ihnen zu persönlichen Gesprächen statt nur per Mail oder Telefon zu kommunizieren.

Zu den Unterschieden zwischen Bloggern und Medien: Zum Beispiel muss das Material, das man den Bloggern gibt, noch viel besser auf ihre individuellen Interessen und ihre spezifischen Blogs zugeschnitten sein, als beispielsweise das Material für Presseaussendungen.

Wir setzen im Bereich Social Media außerdem Videomaterial ein, dass wir auf Plattformen wie  Dailymotion veröffentlichen, und wir nutzen Communities wie Facebook. Die beiden Links führen zu Beispielen aus einem PR Projekt für die UNESCO, bei dem wir die Kampagne zu dem Film  „Nous resterons sur Terre“ unterstützt haben.

3. Haben Sie ein aktuelles Beispiel von einem Projekt in diesem Bereich?

Sandra Labérenne: Dazu fällt mir unsere Arbeit für eine Firma ein, die neue Elektrofahrräder vorgestellt hat. Die Kampagne zielte darauf ab, die Leute zu motivieren, ihre Autos zuhause zu lassen und stattdessen – vor allem für kürzere Strecken – diese Fahrräder zu nutzen. Gerade in Paris scheinen die Leute nämlich sogar kurze Strecken mit dem Auto zu fahren, was zu unserem starken Verkehrsaufkommen in Paris führt. Man wäre eigentlich sogar schneller mit dem Fahrrad, vor allem mit einem, das man als normales Rad benutzen, aber auch per Knopfdruck einen Motor zur Unterstützung dazuschalten kann, wenn man müde ist oder es eilig hat.

Zur Durchführung dieser Kampagne haben wir Ausstellungen organisiert und Veranstaltungen durch eine Social Media Kampagne unterstützt. Wir hatten eine Facebook Fanseite und haben regelmäßig Videos auf Dailymotion, das beliebteste Videoportal in  Frankreich, gestellt. Es gab sogar einen Wettbewerb zwischen Redakteuren verschiedener Magazine. Sie testeten die Fahrräder, veranstalteten ein Rennen, und der Gewinner durfte dann das Fahrrad behalten.

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Lesen Sie mehr über die regionalen Unterschiede in der PR – und darüber, warum sich Firmen einen Menge Ärger und Nerven sparen, wenn sie französische Journalisten nicht dazu zwingen, an einer Telefonkonferenz teilzunehmen, sondern stattdessen die Vorteile eines Lunch-Meetings mit hervorragendem französischem Essen genießen – nächste Woche im zweiten Teil des Interviews mit unserer französischen PR Expertin Sandra Labérenne.

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Sandra Labérenne ist Managing Partner der Agentur Point Virgule in Paris – GlobalCom PR-Network Partner in Frankreich. Sandra arbeitet seit 15 Jahren in der PR Branche und im Bereich Kommunikation.

Point Virgule wurde 1989 gegründet und gehört heute zu den stärksten unabhängigen französischen PR Agenturen. Seit mehr als 19 Jahren hat Point Virgule hunderte von Kunden dabei unterstützt, ihren Bekanntheitsgrad bei den Journalisten und potentiellen Käufern aufzubauen und zu erweitern. Point Virgule arbeitet für Kunden wie Yingli, Dimension Data, Akamai, LSI Logic, Alatavia, Fullsix Group, uvm.

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Aktualisiert am 14. Oktober 2010

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