Lettland 2013: Politische Entscheidungen steigern die Nachfrage für strategische Kommunikation

AntraSavlevica_LatviaHeute werfen wir einen Blick ins Baltikum. Unsere Kollegin Antra aus zieht ein Resümee der Veränderungen in der politischen und wirtschaftlichen Situation und deren Einfluss auf die - und Medienbranche:

1. Welchen Einfluss hatte die globale Rezession auf die PR in Lettland 2013?


2013 konnte die Kommunikationsbranche, inklusive PR, einen Aufwärtstrend  vermelden. Herbeigeführt wurde er hauptsächlich durch zwei Gründe: zum einen die wachsenden Aktivitäten und Einkommen in verschiedenen Branchen und Geschäftsfeldern, zum anderen bedingt durch einige wichtige Ereignisse und Veranstaltungen, die nächstes Jahr in Lettland stattfinden werden.

Jüngste ökonomische Entwicklungen haben zudem neue Geschäfts- und Branchenmodelle hervorgebracht. Nachdem die Kreditvergabe durch Banken eingeschränkt wurde, entstand beispielsweise eine boomende alternative Kreditbranche – die sowohl für positive als auch für negative Schlagzeilen gesorgt hat. Daneben berichtet die Medienbranche besonders gerne über lokale Unternehmen und begeistert sich vor allem für kleine oder junge, aber sehr erfolgreiche Betriebe.

Latvia_EuroZoneNächstes Jahr wird ganz besonders ereignisreich für Lettland: Wir treten am 1. Januar der Eurozone bei, steigen in den offenen Energiemarkt ein und im April wird Riga als Kulturhauptstadt das Zentrum von europäischen kulturellen Events. Das bedeutet eine Menge Arbeit für die Kommunikationsbranche. Der Wechsel zum Euro wurde von großen  Kampagnen begleitet, welche bereits im letzten Jahr starteten. Der Energiemarkt hat in den Medien ebenfalls schon lange eine große Rolle gespielt und wird nun noch präsenter. Die öffentliche Debatte sorgt auch für eine hohe Nachfrage in der PR.

Wir sind Teil eines Kommunikationsteams für den Energiemarkt im Baltikum und haben vor kurzem auch die Kommunikation des Wechsels zum Euro begleitet. Daher konnten wir einen hohen Bedarf an strategischen Kampagnen und Entwicklung der von Kommunikationsstrategien verzeichnen.

Seit Mitte 2012 entstanden außerdem einige neue Medienkanäle. Zwei große TV-Sender fusionierten und bilden nun einen äußerst einflussreichen Medienkonzern. Auch der generell weltweite Trend in Bezug auf neue Medien hat uns erreicht. Die klassischen Medienkanäle verlieren zunehmen ihre Stellung als Hauptnachrichten-Lieferanten an die schnellen Social Media-Kanäle und konzentrieren sich daher mehr auf Themensegmente, Hintergrundberichte und Analysen.

2. Wie wurde Lettland 2012 in den Medien dargestellt?

Latvia_SmartStartupsViele Menschen sagen, dass die Rezession und Auswanderungswelle in Lettland auch auf die Medien zurückzuführen sei, denn eine ganze Zeit lang wurden ausschließlich Kritik und negative Dinge über Lettland in den Medien veröffentlicht. Es scheint, als hätte die Presse ihren Fehler bemerkt oder zumindest keine Lust mehr auf eine reine Negativberichterstattung. Positive Schlagzeilen nehmen wieder deutlich zu. Vor allem kleinere lokale Betriebe und neue Initiativen werden in vielen Medienkanälen sehr positiv kommentiert und unterstützt.

In internationalen Medien gilt Lettland als Erfolgsbeispiel dafür, wie man sich nach einer Rezession erholt. Gleichzeitig stufen Finanzinstitutionen unser Land im Bereich der Investitionen noch immer sehr niedrig ein und gehen davor aus, dass hier noch viel getan werden muss.

In den Publikumsmedien waren aber, wie gesagt, die Themen „Euro“ und „Energiemarkt“ die wichtigsten im Jahr 2013.

3. Welches andere Land stellt demgegenüber ein positives oder negatives Beispiel dar?

Tallinn2Unser Nachbar Estland war in diesem Jahr sehr häufig in den Medien vertreten, was auf die gleichen Themenschwerpunkte zurückzuführen ist, die auch bei und die Mediendiskussion dominiert haben. Estland ist der Eurozone 2011 beigetreten und 2013 hat es seinen Energiemarkt komplett geöffnet.  Für die Medien in Lettland war Estland daher das perfekte Beispiel, um positive und negative Seiten einer solchen Entwicklung zu analysieren.

Die Fragen beantwortete: Antra Savleviča vom GlobalCom PR Network Team Baltic Communication Partners in Lettland

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Aktualisiert am 14. November 2013