Brasilien 2013: Wachsende Investition in PR und internationales Interesse

Marta Dourado_BrazilZeit den Blick bei unserer internationalen Serie einmal nach Westen zu richten. Marta Dourado von unserem -Team Fundamento RP in São Paulo berichtet über ihre Eindrücke aus dem Jahr 2013 in Brasilien:

1. Welchen Einfluss hatte die globale Rezession 2013 auf die Nachfrage nach PR Services in Brasilien?

Der brasilianische PR-Markt ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen und wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Trotz des niedrigen Wirtschaftswachstums – im Jahr 2013 wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich nur 1 Prozent betragen – konnten wir steigende Investitionen in Öffentlichkeitsarbeit und PR-Projekte in Brasilien beobachten. Viele Gründe haben in diesem Jahr den Blick (sowie auch Kapital) auf Brasilien gelenkt. Dazu gehören geplante Großveranstaltungen wie die Weltmeisterschaft 2014, die Olympischen Spiele 2016 oder die Ölfunde vor der brasilianischen Atlantikküste.

Bei Fundamento spiegelte sich das wachsende Interesse an PR in Brasilien darin wider, dass wir ein Umsatzwachstum von 35 Prozent gegenüber 2012 sowie ein Drittel zusätzlicher neuer Kunden verzeichnen konnten.

Die wirtschaftlichen Aussichten für Brasilien waren in anderen Zeiten auch deutlich besser, beispielsweise in den Jahren 2007 und 2008, als es ein starkes Wachstum gab. Nachdem die internationale Wirtschaftskrise Brasilien erreicht hatte, folgte eine Phase der Vorsicht und viele Unternehmen froren ihre Budgets und Investitionen erst einmal ein. 2009 und 2011 wurden viele Verträge mit internationalen Kunden neu verhandelt und einige PR-Initiativen vertagt oder sogar abgesagt. Daher ist es gut zu sehen, dass das Interesse an PR nun wieder steigt.

2. Wie wurde Brasilien 2013 in den Medien dargestellt?

In diesem Jahr war Brasilien definitiv ein Thema in internationalen Medien. Einige der Themen, über die am meisten berichtet wurde, waren die anstehende Weltmeisterschaft, lokale Bürgerproteste, der Papstbesuch, die NSA-Spionage der brasilianischen Präsidentin Dilma Roussef, eine negative Prognose der Ratingagentur ‚Standard and Poor’s‘ sowie die Gerichtsverfahren korrupter Politiker (der „Mensalão“-Skandal), ein Programm internationaler Ärzte zur Bekämpfung der Gesundheitskrise sowie die Anstieg unserer Zinssätze.

Brazil_Protest
Ich denke, am meisten berichtet wurde aber über die Zivilproteste in Brasilien, bei denen mehr als eine Millon Bürger teilnahmen. Den Anstoß zu der Protestwelle gaben Preiserhöhungen für den öffentlichen Personenverkehr. Dem folgten aber auch Proteste gegen viele weitere Themen und die Proteste wurden sowohl von den heimischen als auch internationalen Medien aufmerksam beobachtet und analysiert.

In dieser Zeit nahm die Popularität der Regierung deutlich ab. Unsere Präsidentin Dilma Roussef hielt schließlich eine Rede „für“ die Protestierenden, in der sie sich aber gegen die Vandalen aussprach. Ihre Popularität war zuvor um 20 Prozent gefallen und stieg nach einigen Monaten wieder. In ihren Bemühungen, die Sympathie der Bevölkerung wiederzugewinnen, setzte die Regierung unter anderem auch auf Social Media. Über Dilma Roussefs Profile auf Facebook und Twitter wurden täglich mehrere offizielle Mitteilungen veröffentlicht.

 3. Welches andere Land stellt demgegenüber ein positives oder negatives Beispiel dar?

Brazil_FinlandEducationPeru ist ein Land, das 2013 viel positive Berichterstattung in den brasilianischen Medien generieren konnte. Das Land hat das größte Wirtschaftswachstum in der Region und konnte Sportveranstaltungen wie die Dakar Rallye sehr gut für PR-Zwecke nutzen. Dazu gab es bilaterale Industriemessen und viele erfolgreiche Tourismus PR-Kampagnen.

Ein weiteres gutes Beispiel ist Finnland. Die finnische Botschaft unterstützte eine Veranstaltung, die finnische Berater des Bildungsministeriums nach Brasilien brachte, um das Bildungsmodell Finnlands vorzustellen. Diese Initiative erregte erwartungsgemäß eine hohe Medienaufmerksamkeit.

 

Autor: Marta Dourado, GlobalCom PR Network Team Fundamento RP in Brasilien

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Aktualisiert am 5. Dezember 2013